Diagnostik und Behandlung komplexer dissoziativer Störungen

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Standardisierte Messinstrumente für dissoziative Symptome und Störungen

Standardisierte Messinstrumente können die Diagnostik bei dem Verdacht auf eine Dissoziative Störung unterstützen und optimieren. Dabei ist grundsätzlich zwischen Screeningskalen und Diagnoseinstrumenten im engeren Sinne zu differenzieren.



Screening-Instrumente

Screeningskalen sind Selbstbeurteilungs-Fragebögen, die einen schnellen Überblick über das Ausmaß der jeweils erfassten Symptome bei den Befragten liefern. Ziel der Diagnostik ist, Personen mit einer erhöhten Symptombelastung (und daher mit einem erhöhten Risiko für das Vorliegen einer entsprechenden klinisch relevanten psychischen Störung) zu identifizieren.

Eine Diagnosestellung bzw. Differentialdiagnostik im eigentlichen Sinne ist mit Hilfe von Screening-Skalen nicht möglich. Bei der Entwicklung und Validierung der Skalen werden für den klinischen Einsatz statt dessen i.A. Cutoff-Werte festgelegt, bei deren Überschreitung eine genaue differentialdiagnostische Abklärung der Symptomatik erfolgen sollte.

Die im deutschsprachigen Raum am häufigsten eingesetzten Screening-Skalen für dissoziative Störungen sind die Dissociative Experiences Scale (DES) / Fragebogen für dissoziative Symptome (FDS), der Dissociative Experiences Questionnaire (DIS-Q) und der Somatoform Dissociation Questionnaire (SDQ).

Diagnostische Interviews

Weisen Befragte auf den Screeningskalen auffällige Werte auf, so ist eine differential-diagnostische Abklärung der Symptomatik sinnvoll. Hierzu wird zumeist auf diagnostische Interviews zurückgegriffen, mit deren Hilfe die Symptomatik systematisch erfasst und den diagnostischen Kategorien des DSM bzw. ICD zugeordnet werden kann.

In internationalen Studien werden vor allem der Dissociative Disorders Interview Schedule (DDIS) und das Structured Clinical Interview for Dissociative Disorders (SCID-D) eingesetzt. Neben den genannten amerikanischen Interviews und den dazugehörigen deutschen Übersetzungen wird auch das Heidelberger Dissoziations-Inventar (HDI) vorgestellt, das als zweistufiges Diagnoseverfahren einen Screening-Bogen und ein diagnostisches Interview umfasst.



Multidimensionales Inventar dissoziativer Symptome (MID)

Das Multidimensionale Inventar dissoziativer Symptome (MID) hat eine Sonderstellung unter den standardisierten Messinstrumenten für dissoziative Symptome und Störungen, da er wie die Screening-Skalen als Selbstbeurteilungsinstrument konzipiert ist, jedoch wie die diagnostischen Interviews eine spezifische Differential-Diagnostik der vorliegenden Symptomatik erlaubt.

   
 
 
 
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