Diagnostik und Behandlung komplexer dissoziativer Störungen

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Dissociative Experiences Scale (DES)/ Fragebogen für dissoziative Symptome (FDS)

Die Dissociative Experiences Scale (DES; Bernstein & Putnam, 1986) ist das international am häufigsten eingesetzte und am besten validierte Screeninginstrument für dissoziative Symptome und Störungen. Erfasst werden die Symptombereiche Amnesie, Depersonalisation / Derealisation und Konversion (nur FDS)). Neben den genannten Formen pathologischer Dissoziation umfasst der DES / FDS auch eine Subskala mit dissoziativen Alltagserfahrungen (Absorptionserleben; Bspl: im Kino so in das Geschehen im Film abtauchen, dass man nicht mehr mitbekommt, was um einen herum passiert).

Die DES besteht aus 28 Items, die typische Beispiele dissoziativer Symptome vorgeben. Der FDS als deutsche Bearbeitung der DES umfasst eine zusätzliche Subskala mit 16 Items, die somatoforme dissoziative Erfahrungen und Konversionssymptome erfassen. Mit dieser Erweiterung sollte der FDS auch an die ICD-10-Klassifikation dissoziativer Störungen angepasst werden. Vor kurzem wurde von den Autoren des FDS zusätzlich eine 20 Items umfassende Kurzversion des Fragebogens veröffentlicht. Die Befragten schätzen jeweils auf einer 100er-Ratingskala (Skalenverankerung: 0 = niemals, 100 = immer) ein, wie häufig die vorgegebenen Symptome bei ihnen auftreten. Für die Auswertung wird der Mittelwert aus den 28 bzw. 44 / 20 Häufigkeitseinschätzungen gebildet (DES- / FDS-Gesamtwert). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Subskalen-Werte für das Ausmaß an Amnesie, Entfremdungserleben (Depersonalisation und/oder Derealisation), Absorptionserleben und Konversionssymptome zu berechnen.

Ab einem bestimmten Ausmaß an Symptomen (Cutoff-Wert) sollte eine weitere differential-diagnostische Abklärung der Symptomatik erfolgen. Hierfür kommen meist strukturierte diagnostische Interviews (SKID-D oder SIDDS) zum Einsatz.

Sowohl die DES als auch der FDS wurden umfassend validiert und weisen sehr gute Test-Güte-Kriterien auf (hohe Validität und Reliabilität). Eine Übersicht zu Validierungsstudien findet sich z.B. bei van Ijzendoorn et al. oder bei Rodewald (2005).


Wichtige Veröffentlichungen zum DES/FDS

  • Freyberger, H.J., Spitzer, C. & Stieglitz, R.D. (1999). Fragebogen zu dissoziativen Symptomen FDS. Bern: Huber.

  • Spitzer, C., Mestel, R. Klingelhoefer, J. et al. (2004). Screening und Veränderungsmessung dissoziativer Psychopathologie: Psychometrische Charakteristika der Kurzform des Fragebogens zu dissoziativen Symptomen (FDS-20). Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 54, 165-172.

  • Freyberger, H.J., Spitzer, C., Stieglitz, R.D. et al. (1998). Fragebogen zu dissoziativen Symptomen (FDS). Deutsche Adaption, Reliabilität und Validität der deutschen Dissociative Experiences Scale (DES). Psychotherpie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 48, 223 - 229.

  • Bernstein, E.M. & Putnam F.W. (1986). Development, reliability and validity of a dissociation scale. Journal of Nervous and Mental Disease, 174, 727 - 735.

  • van Ijzendoorn, M.H. & Schuengel C. (1996). The measurement of dissociation in normal and clinical populations: Meta-analytic validation of the Dissociative Experiences Scale (DES). Clinical Psychology Review, 16, 365-382.

  • Rodewald, F., Gast, U. & Emrich, H.M. (in Druck).Screening auf Komplexe Dissoziative Störungen mit dem Fragebogen für dissoziative Symptome (FDS). Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie.

Bezugsquellen:

Der FDS-44 ist über die Testzentrale des Hogrefe-Verlags zu beziehen.

Informationen zum FDS-20 sowie eine Liste der einbezogenen Items finden sich bei Spitzer, C., Mestel, R. Klingelhoefer, J. et al. (2004). Screening und Veränderungsmessung dissoziativer Psychopathologie: Psychometrische Charakteristika der Kurzform des Fragebogens zu dissoziativen Symptomen (FDS-20). Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 54, 165-172.

   
 
 
 
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