Diagnostik und Behandlung komplexer dissoziativer Störungen

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Dissoziative Fugue

Charakteristisch für die Dissoziative Fuge ist ein plötzliches und unerwartetes Verlassen des zu Hauses bzw. des gewohnten Arbeitsplatzes, kombiniert mit der Unfähigkeit, sich an Teile bzw. die gesamte eigene Vergangenheit zu erinnern. Hinzu kommt Verwirrung über die eigene Identität bzw. die Übernahme einer neuen Identität.

Das Verlassen der gewohnten Umgebung kann auf einen Zeitraum von wenigen Stunden oder Tagen begrenzt sein, kann jedoch auch Wochen oder Monate andauern. Während einer solchen Fugue-Episode sind die Betroffenen meist abgesehen von den beschriebenen Gedächtnislücken psychopathologisch unauffällig.

Die Störung tritt vorwiegend im Erwachsenenalter auf und beginnt meist plötzlich im Zusammenhang mit stark belastenden, traumatischen oder überwältigenden Lebensereignissen. Meist kommt es zu einer schnellen Besserung, es sind jedoch auch chronische Amnesien nach einer Fugue möglich.


DSM-IV-Diagnosekriterien Dissoziative Fugue (300.13 / F 44.1)

  1. Das vorherrschende Störungsbild ist ein plötzliches, unerwartetes Weggehen von zu Hause oder vom gewohnten Arbeitsplatz, verbunden mit der Unfähigkeit, sich an seine eigene Vergangenheit zu erinnern.

  2. Verwirrung über die eigene Identität oder die Annahme einer neuen Identität (teilweise oder vollständig).

  3. Die Störung tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer Dissoziativen Identitätsstörung auf und geht nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Droge, Medikament) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück (z.B. Temporallappen-Epilepsie).

  4. Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

   
 
 
 
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