Diagnostik und Behandlung komplexer dissoziativer Störungen

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Der Dissoziative Disorders Interview Schedule (DDIS) / Strukturierter Interviewleitfaden zur Diagnostik Dissoziativer Störungen (SIDDS)

Der Dissociative Disorders Interview Schedule (DDIS) von Ross et al. (1989) ist ein hoch-strukturiertes diagnostisches Interview mit 133 Items, deren Formulierung und Reihenfolge verbindlich vorgegeben sind. Es handelt sich durchgehend um geschlossene Fragen mit ja / nein- Antwortschema bzw. mit wenigen festen Antwortkategorien. Der DDIS wurde von Overkamp (2005) ins Deutsche übersetzt, der Strukturierte Interviewleitfaden zur Diagnostik dissoziativer Störungen (SIDDS) ist leider noch nicht veröffentlicht, ist jedoch bei Overkamp (2005) vollständig abgedruckt.

Der DDIS erlaubt die (Differential-) Diagnostik Dissoziativer Störungen nach dem DSM-IV. Darüber hinaus ist das Interview so konzipiert, dass es auch die Diagnostik bzw. den Ausschluss einer Major Depression, der Borderline-Persönlichkeitsstörung und der Somatisierungsstörung erlaubt, da diese Störungen häufig als Differentialdiagnosen bzw. komorbide Störungen zu komplexen Dissoziativen Störungen auftreten.

Der DDIS gliedert sich in folgende Abschnitte:

  • persönliche Daten der Befragten

  • unspezifischer Teil
    • Diagnostik von Somatisierungsstörung, Major Depression und Borderline-Störung,
    • Screening auf Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch,
    • Auftreten von Schneider-Symptomen und Trancephänomenen,
    • ausführlichere Anamnese zu psychiatrischen Vorbehandlungen und Diagnosen erhoben.
    • Gewalterfahrungen in der Kindheit (körperliche und sexualisierte Gewalt; konkrete Befragung nach Art der Erfahrungen, TäterInnen, nach Zeitpunkten, Häufigkeit und Dauer, etc.)

  • sekundäre Anzeichen einer DIS
    • z.B. Erinnerungslücken, das Finden von Dingen, an deren Erwerb man sich nicht erinnert,
    • das Hören von Stimmen im Kopf etc.
    • "übernatürliche bzw. außersinnliche Wahrnehmungen"

  • Differentialdiagnostik dissoziativer Störungen nach DSM-IV
    • Prüfung für alle im DSM-IV gelisteten Dissoziativen Störungen, ob die jeweiligen Diagnosekriterien erfüllt sind (jeweils eine Frage pro Kriterium, die mit ja bzw. nein zu beantworten ist)

Bislang liegen kaum Validierungsstudien mit dem DDIS vor. Ein Überblick über Studienergebnisse findet sich bei Ross (1996).

Der SIDDS wurde von Overkamp validiert und weist eine gute Validität und Reliabilität für die Diagnostik der DIS bzw. DDNOS ab. Für die Diagnostik von Major Depression, Somatisierungs- und der Borderline-Störung hingegen ist der SIDDS nicht hinreichend valide.


Wichtige Veröffentlichungen zum DDIS / SIDDS

  • Ross, C.A. (1996). Dissociative Identity Disorder: Diagnosis, clinical features, and treatment of multiple personalities. 2nd. Ed. New York: Wiley.
  • Overkamp, B. (2005). Differentialdiagnostik der dissoziativen Identitätsstörung (DIS) in Deutschland - Validierung der Dissociative Disorders Invertiew Schedule (DDIS). Dissertation an der Ludwig-Maximilians Universität München.(Download)

Bezugsquellen

  • Ross, C.A., Herber, S. Norton, G.R., Anderson, D., Anderson, G. & Barchet, P. (1989c). The Dissociative Disorders Interview Schedule. New York: Wiley.
  • Bezug des SIDDS ist auf Anfrage
   
 
 
 
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